Auf den Spuren des 2. Weltkriegs an der Opalküste – Geschichte hautnah erleben
Die Opalküste in Nordfrankreich ist nicht nur für ihre schönen Strände bekannt, sondern auch für ihre bewegte Geschichte. Während unseres Urlaubs an der Opalküste haben wir uns auf die Spuren des 2. Weltkriegs begeben und zahlreiche Bunkeranlagen, Museen und Gedenkstätten besucht. Von der gewaltigen V3-Waffenanlage in Mimoyecques über den Atlantikwall bis zum Museum Operation Dynamo – die Opalküste ist ein Freilichtmuseum der Geschichte des Zweiten Weltkriegs.
Dieser 27-minütige Film gibt einen umfassenden Überblick über die wichtigsten Schauplätze des Zweiten Weltkriegs an der Opalküste. Im Folgenden stellen wir euch die einzelnen Orte und ihre Geschichte genauer vor.
Forteresse de Mimoyecques – Das geheime V3-Wunderwerk
Die Forteresse de Mimoyecques ist eine der beeindruckendsten Hinterlassenschaften des Zweiten Weltkriegs an der Opalküste. Hier bauten die Deutschen ab 1943 eine geheime unterirdische V3-Waffenanlage, die mit einem gigantischen Geschütz London beschießen sollte. Die Anlage besteht aus einem weit verzweigten Tunnelsystem unter einem Kreidehügel, in dem bis zu 25 Kanonen installiert werden sollten. Zum Glück wurde die Anlage durch alliierte Bombenangriffe noch vor ihrer Fertigstellung zerstört. Heute ist die Forteresse de Mimoyecques ein Museum, das die Geschichte dieser geheimen Waffenanlage dokumentiert. Der Eintritt kostet etwa 8 Euro, die Führung dauert rund eine Stunde.
Fort Cap dAlprech – Stützpunkt 258 Pantoffelblume
Das Fort Cap dAlprech, auch bekannt als Stützpunkt 258 Pantoffelblume, ist eine weitere gut erhaltene Bunkeranlage aus dem Zweiten Weltkrieg. Sie liegt auf einer Landzunge zwischen Boulogne-sur-mer und Le Touquet und war Teil des Atlantikwalls. Das Fort wurde von der deutschen Wehrmacht als Marineartilleriestützpunkt genutzt und beherbergt heute ein kleines Museum mit Originalexponaten. Besonders sehenswert sind die original erhaltenen Geschützstellungen und die beeindruckende Aussicht auf die Küste. Die Anlage wird vom örtlichen Geschichtsverein Association Fort Cap dAlprech betrieben.
Blockhaus de Berck – Atlantikwall an der Opalküste
Das Blockhaus de Berck ist ein typischer Bunker des Atlantikwalls direkt am Strand von Berck-sur-Mer. Der Betonbunker diente als Beobachtungs- und Feuerleitstand für die deutsche Küstenartillerie. Heute liegt er verlassen am Strand und ist ein beliebtes Fotomotiv. Der Kontrast zwischen dem massiven Betonbunker und dem feinen Sandstrand zeigt eindrucksvoll die Geschichte dieses Küstenabschnitts. Das Blockhaus ist frei zugänglich und jederzeit zu besichtigen.
Museum Operation Dynamo in Dunkerque
Ein weiterer wichtiger Ort der Geschichte des Zweiten Weltkriegs an der Opalküste ist das Museum Operation Dynamo in Dunkerque. Wir haben dieses Museum in einem separaten Beitrag ausführlich vorgestellt, aber es gehört natürlich auch zu den wichtigsten Stationen auf den Spuren des Zweiten Weltkriegs an der Opalküste. Die Evakuierung von über 338.000 alliierten Soldaten vom Strand von Dunkerque war eine der größten Rettungsaktionen der Militärgeschichte.
Praktische Tipps für die WWII-Spurensuche
- Forteresse Mimoyecques: Geöffnet von April bis Oktober, Führungen auf Französisch und Englisch. Eintritt ca. 8 Euro. Festes Schuhwerk empfohlen.
- Fort Cap dAlprech: Geöffnet an Wochenenden und Feiertagen in der Saison, Eintritt frei – Spende erwünscht.
- Blockhaus de Berck: Frei zugänglich, jederzeit begehbar. Am besten bei Ebbe besuchen.
- Museum Operation Dynamo (Dunkerque): Dienstag bis Sonntag 10-18 Uhr, Eintritt ca. 8 Euro. Sehr empfehlenswert für die ganze Familie.
- Dauer: Plant mindestens einen vollen Tag für die wichtigsten Stationen ein. Die Anlagen liegen verteilt entlang der gesamten Opalküste.
- Kombinieren: Die Route führt von Süden (Mimoyecques bei Berck) über Boulogne und Cap dAlprech bis nach Dunkerque im Norden.
Fazit: Geschichte des Zweiten Weltkriegs an der Opalküste
Die Spuren des Zweiten Weltkriegs an der Opalküste sind allgegenwärtig und machen die Region zu einem einzigartigen Reiseziel für Geschichtsinteressierte. Die gut erhaltenen Bunkeranlagen vom Atlantikwall, das geheimnisvolle V3-Projekt in Mimoyecques und die Evakuierungsgeschichte von Dunkerque bieten eine eindrucksvolle Zeitreise in die bewegte Vergangenheit Nordfrankreichs. Wer sich für Geschichte interessiert, kommt an der Opalküste voll auf seine Kosten. Und das Beste: Die meisten Stätten sind frei zugänglich oder sehr günstig zu besichtigen.
Mehr Ausflugstipps für die Opalküste findet ihr in unserem großen Übersichtsbeitrag und im separaten Beitrag zu Dunkerque.







