Pijana Pruga – Verlassene Bahnstrecke in Istrien/Kroatien – Lost Place

Pijana Pruga - verlassene Bahnstrecke in Istrien/Kroatien - Lost Place

Die Pijana Pruga – auf Deutsch die betrunkene Eisenbahn – ist ein faszinierender Lost Place in Istrien, Kroatien. Die verlassene Bahnstrecke bei Kozljak zeichnet sich durch ihre skurril verbogenen Gleise aus, die durch Erdrutsche und Bodenabsenkungen entstanden sind. In diesem Video aus unserem Kroatien-Roadtrip 2023 nehmen wir euch mit zu diesem außergewöhnlichen Ort, der heute zu den interessantesten Lost Places der Region zahelt.

Was ist die Pijana Pruga?

Die Pijana Pruga ist ein stillgelegter Abschnitt der Eisenbahnstrecke zwischen Lupoglav und Stalije im Hinterland Istriens. Ihren Namen – die betrunkene Eisenbahn – verdankt sie dem ungewoehnlichen Zustand der Gleise. Durch Erdrutsche und die spezielle Beschaffenheit des Bodens haben sich die Schienen so stark verbogen, geneigt und gehoben, dass es aussieht, als haette hier ein betrunkener Gleisbauer gearbeitet. Die meterlangen Schienen schlagen Wellen, neigen sich in unmoglichen Winkeln und erinnern an eine Achterbahn, die mitten im Wald stehengeblieben ist.

Die Geschichte der Bahnstrecke

Die Eisenbahnlinie wurde urspruenglich in den 1950er Jahren erbaut, um Kohle aus den Minen von Rasa zu den Verarbeitungsanlagen zu transportieren. Der Bergbau in dieser Region Istriens hatte eine lange Tradition und die Bahn war ein wichtiger Wirtschaftsfaktor. Bis 2009 war die Strecke in Betrieb, dann wurde sie endgueltig stillgelegt. In den Jahren nach der Aufgabe begann die Natur, sich die Strecke zurückzuholen: Regen und Erosion unterspuellten den Untergrund, die Gleise senkten sich ab und verbogen sich zu den heutigen surrealen Formen.

Der Weg zur Pijana Pruga

Die Pijana Pruga liegt rund fuenf bis zehn Autominuten von unserem Ferienhaus in Istrien entfernt – wir waren waerend unseres Kroatien-Roadtrips 2023 dort. Ausgangspunkt für den Besuch ist das kleine Dorf Kozljak. Von dort aus führt ein kurzer, etwa 15-minuetiger Wanderweg zu den Gleisen. Die Strecke ist nicht anspruchsvoll, aber festes Schuhwerk ist empfehlenswert, da man über die alten Bahnschwellen balancieren muss. Ein Parkplatz findet sich am Dorfrand von Kozljak oder bei der Kirche des Heiligen Kreuzes.

Die beste Reisezeit für einen Besuch der Pijana Pruga sind der Frühling oder der Herbst. Im Sommer kann es auf der freien Strecke sehr heiss werden, im Winter verdeckt haeufig Nebel die ansonsten grandiose Fernsicht. Wer einen Abstecher nach Istrien plant, sollte diesen außergewöhnlichen Lost Place unbedingt in die Reiseplanung aufnehmen.

Die Aussicht vom Ucka-Gebirge

Die Bahnstrecke verlaueft am Hang des Ucka-Gebirges. Während man über die schiefen Schwellen balanciert, hat man einen atemberaubenden Blick über das Cepic Polje (Cepic-Feld). Dieses fruchtbare Ackerland war urspruenglich ein See, der trockengelegt wurde. Heute erstreckt sich dort eine weite, grüne Ebene, die einen schönen Kontrast zu den bewaldeten Huegeln ringsum bildet. Die Aussicht von den Gleisen ist wirklich einzigartig und macht den Besuch zu einem unvergesslichen Erlebnis.

Tipps für den Besuch

  • Startpunkt: Dorf Kozljak (Parkplatz am Dorfrand oder bei der Kirche des Hl. Kreuzes)
  • Weg: Ca. 15 Minuten Fussweg von Kozljak zu den Gleisen
  • Ausrueistung: Festes Schuhwerk ist Pflicht (Bahnschwellen und Schotter)
  • Verpflegung: Proviant einpacken – es gibt einen perfekten Picknickplatz auf den Gleisen mit Aussicht
  • Beste Zeit: Frühling oder Herbst für angenehme Temperaturen und klare Sicht
  • Kombinieren: Der Besuch laesst sich gut mit einem Ausflug zur Miniera di Raibl verbinden

Die Umgebung von Kozljak und dem Ucka-Gebirge

Die Pijana Pruga liegt in einer der schönsten Naturlandschaften Istriens. Das Ucka-Gebirge erhebt sich unvermittelt aus der flachen Landschaft und bietet eine beeindruckende Kulisse. Die Region rund um Kozljak ist gepraegt von mediterraner Macchia, Steinmauern und alten Doerfern, die wie aus der Zeit gefallen wirken. Wer hier unterwegs ist, sollte unbedingt auch einen Abstecher zur Miniera di Raibl machen, einer verlassenen Mine in den italienischen Alpen, die wir auf derselben Reise besucht haben. Auch die Orrido dello Slizza, eine beeindruckende Schlucht, liegt nicht weit entfernt und laesst sich gut mit einem Besuch der Pijana Pruga verbinden.

Fotografie an der Pijana Pruga

Für Fotografen ist die Pijana Pruga ein wahres Paradies. Die skurrilen Kurven der Schienen, die in der Luft schweben, bieten außergewöhnliche Motive. Besonders sehenswert ist die Strecke im goldenen Licht des späten Nachmittags, wenn die tiefstehende Sonne lange Schatten durch die Baeume wirft. Der Kontrast zwischen den rostigen Gleisen und der grünen Vegetation sorgt für stimmungsvolle Bilder. Auch Drohnenaufnahmen sind hier gut möglich und zeigen die wellenfoermigen Schienen am besten in ihrer gesamten surrealen Schöne. Wer also auf der Suche nach dem perfekten Lost-Place-Foto ist, wird an der Pijana Pruga garantiert fuendig.

Anreise und Kombinationsmöglichkeiten

Die Anreise zur Pijana Pruga erfolgt am besten über die Strasse von Lupoglav in Richtung Pazin. Von der Autobahn A8 (Istrien-Y-Strasse) zweigt man bei Lupoglav ab und folgt den Wegweisern nach Kozljak. Die nächste größere Stadt ist Pazin, das ebenfalls einen Besuch wert ist. Von dort sind es etwa 20 Minuten mit dem Auto. Von der kroatischen Küste (z.B. Opatija oder Rijeka) aus benötigt man rund eine Stunde Fahrzeit durch das malerische Hinterland. Ein Besuch der Pijana Pruga laesst sich ideal mit einer Erkundung der Miniera di Raibl und der landschaftlich reizvollen Umgebung des Ucka-Naturparks verbinden.

Fazit: Ein außergewöhnlicher Lost Place in Istrien

Die Pijana Pruga gehört zu den faszinierendsten Lost Places, die wir auf unserem Roadtrip 2023 durch Kroatien besucht haben. Die surreale Optik der verbogenen Gleise, die tolle Aussicht übers Cepic Polje und die Ruhe abseits der Touristenstroeme machen diesen Ort zu einem ganz besonderen Ausflugsziel. Ein Besuch der betrunkenen Eisenbahn ist eine Zeitreise in die Bergbaugeschichte Istriens – und ein Paradies für Fotografen. Weitere Tipps zu Kroatien und unsere Reiseroute findet ihr in unserem Beitrag Roadtrip 2023 – Unsere Reise.

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