Die südliche Toskana ist berühmt für ihre natürlichen Thermalquellen – und zwei der schönsten liegen nur wenige Kilometer voneinander entfernt: die antiken Thermalbecken des Parco dei Mulini in Bagno Vignoni und die wilden Quellen von Bagni San Filippo. Wir haben beide besucht und zeigen euch, was sie besonders macht.
Parco dei Mulini in Bagno Vignoni: Baden wie die Römer
Bagno Vignoni ist ein außergewöhnlicher Ort: Statt eines Platzes gibt es im Zentrum des Dorfes ein großes, antikes Thermalbecken, das bereits die Römer nutzten. Direkt daneben liegt der Parco dei Mulini – ein Park mit mehreren natürlichen Thermalbecken, die von den warmen Quellen des Ortes gespeist werden. Das Wasser hat angenehme 36 bis 39 Grad und strömt über kleine Wasserfälle von Becken zu Becken. Umgeben von üppigem Grün und mit Blick auf die Hügel der Val d’Orcia ist der Parco dei Mulini der perfekte Ort zum Entspannen. Der Eintritt kostet wenige Euro, und Handtücher können ausgeliehen werden.
Bagni San Filippo: Wilde Quellen im Wald
Nur etwa 15 Autominuten von Bagno Vignoni entfernt liegen die Bagni San Filippo – eine völlig andere Art von Thermalbad. Hier sprudeln die heißen Quellen mitten aus dem Wald und bilden natürliche Becken, umgeben von bizarren Kalksteinformationen, den sogenannten Balena Bianca (weißer Wal) und Fosso Bianco. Das Baden ist hier kostenlos und völlig natürlich – es gibt keine Umkleiden, keine Duschen, nur Natur. Das Wasser hat rund 48 Grad an der Quelle und kühlt in den Becken auf angenehme Temperaturen ab. Unser Tipp: Kommt früh am Morgen, dann habt ihr die Becken fast für euch allein.
Thermalbaden in der Toskana: Das solltet ihr wissen
Beim Baden in natürlichen Thermalquellen gibt es ein paar Dinge zu beachten: Trinkt ausreichend Wasser, da das warme Wasser den Kreislauf belastet. Überschreitet die Badezeit pro Durchgang nicht 20 bis 30 Minuten und gönnt euch zwischendurch Pausen. Badeschuhe sind in beiden Anlagen empfehlenswert, da die Becken teils steinigen Untergrund haben. Und denkt daran: In Bagni San Filippo gibt es keine Infrastruktur – nehmt euch Wasser, Handtuch und ggf. eine kleine Tüte für die nassen Sachen mit.
Umgebung: Die Val d’Orcia
Beide Thermalorte liegen inmitten der wunderschönen Val d’Orcia, die zum UNESCO-Welterbe gehört. Verbindet das Thermalbaden mit einem Besuch der nahen Orte: Pienza mit seiner Renaissance-Architektur, Montalcino mit dem berühmten Brunello-Wein und San Quirico d’Orcia mit seinen Gärten. Auch die Fahrt über die Landstraße zwischen Bagno Vignoni und Montalcino gehört zu den schönsten Strecken der Toskana – immer wieder öffnen sich postkartenreife Ausblicke auf Zypressenalleen und sanfte Hügel.
San Quirico d’Orcia und Pienza
Die Gegend rund um die Thermalbäder ist reich an sehenswerten Orten. Nur wenige Kilometer von Bagno Vignoni entfernt liegt San Quirico d’Orcia, ein beschauliches Städtchen mit einer beeindruckenden romanischen Kirche und gepflegten Gärten. Noch einen Tick berühmter ist Pienza, das als ideale Renaissance-Stadt von Papst Pius II. im 15. Jahrhundert geplant wurde. Die Altstadt von Pienza gehört zum UNESCO-Welterbe und ist berühmt für ihre harmonische Architektur und den atemberaubenden Blick über die Val d’Orcia – ein Muss für jeden Toskana-Besucher.
Zwischen den Thermalbädern, San Quirico und Pienza verlaufen einige der schönsten Landstraßen Italiens. Die berühmte Zypressenallee von San Quirico ist eines der meistfotografierten Motive der Toskana und führt zu einem idyllischen Bauernhof – ein perfekter Fotoschauplatz, vor allem am frühen Morgen oder bei Sonnenuntergang. Die gesamte Region lädt zu langsamen Fahrten mit vielen Stopps ein: immer wieder öffnen sich Ausblicke auf sanfte Hügel, Weizenfelder und einsame Bauernhöfe, die das Bild der Val d’Orcia prägen.
Montepulciano: Der edle Nachbar
Nur etwa 30 Autominuten von den Thermalbädern entfernt liegt Montepulciano, eine der schönsten Städte der Toskana. Die Stadt thront auf einem lang gestreckten Hügel über den Tälern von Orcia und Chiana und ist berühmt für ihren Vino Nobile, einen edlen Rotwein mit langer Tradition. Die Hauptstraße von Montepulciano führt vom Stadttor hinauf zum großen Platz, vorbei an Renaissance-Palästen, Kirchen und Weinläden. Besonders beeindruckend ist der Blick von der Stadtmauer über die umliegende Landschaft – bei klarem Wetter reicht er bis zum Monte Amiata und zum Trasimenischen See.
Ein Besuch in Montepulciano lässt sich wunderbar mit einer Weinprobe verbinden: Zahlreiche Cantinas in der Altstadt bieten Verkostungen des Vino Nobile an, oft direkt in den historischen Weinkellern, die tief in den Fels gehauen sind. Auch die lokale Küche ist ein Highlight – von Pici-Nudeln über Wildgerichte bis zu den berühmten Cantucci-Mandeln. Wer die Stadt abends erlebt, wird mit einem wunderschönen Sonnenuntergang über den Hügeln belohnt. Montepulciano ist damit der perfekte Tagesausflug von den Thermalbädern der südlichen Toskana.
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Fazit
Die Thermalquellen der südlichen Toskana sind ein Erlebnis der besonderen Art: antike Becken in Bagno Vignoni, wilde Natur in Bagni San Filippo – und dazwischen eine der schönsten Landschaften Italiens. Für uns gehörten die Thermalbäder zu den Highlights unseres Toskana-Roadtrips. Weitere Tipps findet ihr in unserem Beitrag Ausflugstipps südliche Toskana.








