Kindersitz-Rückruf beim ADAC-Test 2026: Axkid Minikid Core und Britax Römer durchgefallen

Kindersitz mit Isofix-Basis auf der Rückbank eines Familienautos – Symbolbild zur ADAC-Warnung (KI-generierte Darstellung)

Der ADAC warnt vor zwei Kindersitzen: Die Babyschale Britax Römer Baby-Safe Pro in Verbindung mit der Isofix-Basis Vario Base 5Z und der Axkid Minikid Core sind im Frontalaufprall-Test durchgefallen. Der Automobilclub rät dringend vom Kauf ab – und das, obwohl der vollständige Kindersitztest 2026 erst Ende Oktober erscheint.

In diesem Beitrag lesen Sie, was in den Crashtests passiert ist, für welches Modell ein Rückruf läuft, wie sich ein bereits gekaufter Sitz weiter nutzen lässt und welche Ansprüche Käuferinnen und Käufer jetzt haben.

Kindersitz-Warnung: Das Wichtigste in Kürze

  • Britax Römer Baby-Safe Pro in Verbindung mit der Vario Base 5Z: Das Gurtschloss öffnete sich im Crashtest, der Dummy wurde herausgeschleudert. Bewertung: mangelhaft.
  • Axkid Minikid Core: Der Stützfuß fuhr vollständig ein, die Sitzschale brach im Bereich des Gurtschlosses. Bewertung: mangelhaft.
  • Axkid hat den Verkauf gestoppt und einen freiwilligen Rückruf gestartet. Betroffene Sitze werden kostenlos gegen einen Axkid Minikid 4 Pro getauscht.
  • Britax Römer untersucht die Ursache. Ob es eine Überarbeitung, einen Austausch oder einen Rückruf gibt, entscheidet sich erst nach Abschluss der Untersuchung.
  • Beide Modelle erfüllen die gesetzlichen Anforderungen der UN-Regelung 129 und dürfen weiterhin verkauft werden. Der ADAC testet mit deutlich höheren Kräften als die Zulassungsversuche.

Britax Römer Baby-Safe Pro: Der Dummy wurde herausgeschleudert

Geprüft wurde die Babyschale mit der Isofix-Basis Vario Base 5Z in der Liegeposition. Beim Frontalaufprall öffnete sich das Gurtschloss des Hosenträgergurts, der 11 Kilogramm schwere Test-Dummy wurde aus der Schale geschleudert. Als Ursache nennen die ADAC-Ingenieure die hohen Zugkräfte auf Hosenträgergurt und Gurtschloss: In der flachen Liegeposition wird das Kind schlechter von der Sitzschale abgestützt, die Kunststoff-Rasthaken der Gurtzunge brachen unter der Last ab.

Der Schutz beim Frontalaufprall wurde deshalb mit „mangelhaft“ bewertet. Bei einem schweren Verkehrsunfall besteht nach Einschätzung des ADAC ein hohes Risiko, dass ein Kind im Fahrzeuginnenraum aufprallt und sich schwer verletzt.

Kindersitz auf der Rückbank eines Familienautos (KI-generierte Darstellung)

Axkid Minikid Core: Stützfuß versagte, Sitzschale zerbrach

Der rückwärtsgerichtete Axkid Minikid Core ist für Kinder von 40 bis 125 Zentimetern Körpergröße zugelassen und wurde in Liegeposition mit einem 23 Kilogramm schweren Dummy getestet. Während des Aufpralls bewegte sich der Sitz nach vorn, das Kunststoff-Untergestell traf den Stützfuß und löste dessen Entriegelung aus – der Stützfuß fuhr vollständig ein.

Zusätzlich zerbrach die Kunststoff-Sitzschale im Bereich des Gurtschlosses. Das Schloss wurde aus der Schale gerissen, das Becken des Dummys schleuderte nach oben. Der ADAC stellte außerdem ein starkes Abknicken der Halswirbelsäule sowie ein zusätzliches Verletzungsrisiko durch einen möglichen Aufprall am Vordersitz fest. Auch dieser Sitz erhielt für den Frontalaufprallschutz die Bewertung „mangelhaft“.

Rückwärtsgerichteter Kindersitz mit Stützfuß im Fahrzeug (KI-generierte Darstellung)

Rückruf beim Axkid Minikid Core: So tauschen Sie den Sitz

Axkid hat den Verkauf des Minikid Core eingestellt und einen freiwilligen Rückruf eingeleitet. Betroffene können ihren Sitz kostenlos gegen einen Axkid Minikid 4 Pro tauschen. Dafür ist eine Registrierung nötig, bei der die Seriennummer des Kindersitzes angegeben wird; alle Schritte beschreibt der Hersteller in der Rückrufmitteilung zum Minikid Core.

Auch ohne Kaufbeleg lässt sich die Seriennummer direkt am Sitz ablesen, sie genügt für die Registrierung. Bis der Austausch geregelt ist, sollten Eltern beim Hersteller erfragen, ob und in welcher Einbauart der Sitz bis dahin weiter verwendet werden darf.

Baby-Safe Pro weiter nutzen: Das rät der ADAC

Wer die Babyschale bereits besitzt, soll sie nach Empfehlung des ADAC möglichst aufrecht verwenden. Eine Alternative ist die Befestigung ohne die Vario Base 5Z mit dem Dreipunktgurt des Fahrzeugs: In dieser Einbauart hielt das Gurtschloss in den Versuchen sowohl in der Sitz- als auch in der Liegeposition.

Beim Einbau mit dem Fahrzeuggurt muss der Beckengurt über das Beinende der Babyschale verlaufen, der Diagonalgurt um das Kopfende. Der Gurt ist straff anzuziehen, denn er stützt die Schale und verhindert, dass sie sich beim Aufprall stark verformt.

Britax Römer hat nach eigenen Angaben in eigenen Tests keine Auffälligkeiten festgestellt und untersucht die Ursache. Ob es eine Überarbeitung, einen Austausch oder einen Rückruf gibt, entscheidet der Hersteller erst nach Abschluss dieser Untersuchung.

Umtausch, Ansprüche und gesetzliche Zulassung

Beide beanstandeten Kindersitze erfüllen die gesetzlichen Anforderungen und dürfen in Europa weiterhin verkauft werden. Die Frontalaufprall-Tests des ADAC orientieren sich an aktuellen Euro-NCAP-Fahrzeugcrashtests und wirken damit mit deutlich höheren Kräften als die vorgeschriebenen Zulassungsversuche nach UN-Regelung 129.

Allein aus dem schlechten Ergebnis eines Verbraucherschutztests entsteht kein Anspruch auf Rückgabe oder Umtausch. Bei Kindersitzen, die vor weniger als zwei Jahren gekauft wurden, kann jedoch ein Anspruch aus der Sachmängelhaftung gegenüber dem Verkäufer bestehen – das ist im Einzelfall zu prüfen.

Was Eltern jetzt konkret prüfen sollten

  • Modell abgleichen: Handelt es sich wirklich um den Axkid Minikid Core oder um den Britax Römer Baby-Safe Pro mit Vario Base 5Z?
  • Typenschild ablesen: Modellbezeichnung, Seriennummer und Produktionsdatum stehen direkt am Kindersitz.
  • Kaufbeleg aufbewahren, wenn der Sitz vor weniger als zwei Jahren gekauft wurde.
  • Vollständigen Kindersitztest abwarten: Der ADAC veröffentlicht die Ergebnisse aller geprüften Modelle Ende Oktober 2026.

Kindersitz-Kauf und Familienauto: Passende Beiträge

Vor dem nächsten Kindersitz-Kauf lohnt sich ein Blick in die Warnliste des ADAC und in den vollständigen Test Ende Oktober. Familien, die viel mit dem Auto unterwegs sind, finden bei uns außerdem den VW T7 eHybrid als Familienvan im Test, das Sitzkonzept im VW Multivan und Tipps für die Autofahrt in den Skiurlaub mit Kindern.

Die komplette Warnung mit Bildern aus dem Crashtest steht in der ADAC-Meldung zu den zwei Kindersitzen.

Häufige Fragen zu den Kindersitz-Warnungen

Muss ich meinen Axkid Minikid Core abgeben?
Gesetzlich verpflichtend ist das nicht. Axkid tauscht den Sitz im Rahmen des freiwilligen Rückrufs aber kostenlos gegen einen Minikid 4 Pro – dafür ist die Registrierung mit Seriennummer nötig.

Darf ich den Britax Römer Baby-Safe Pro weiter verwenden?
Ja, es gibt bislang keinen Rückruf für diese Kombination. Der ADAC empfiehlt, die Babyschale möglichst aufrecht zu nutzen oder sie ohne die Vario Base 5Z mit dem Dreipunktgurt zu befestigen.

Bekomme ich mein Geld zurück?
Ein schlechtes Testergebnis allein begründet keinen Rückgabe- oder Umtauschanspruch. Bei einem Kauf vor weniger als zwei Jahren kann ein Anspruch aus der Sachmängelhaftung gegenüber dem Verkäufer bestehen; das ist eine Einzelfallprüfung.

Warum warnt der ADAC schon vor dem Test?
Die Crashversuche für den kommenden Kindersitztest laufen bereits. Wegen der gravierenden Sicherheitsmängel wollte der Club mit der Warnung nicht bis zur Veröffentlichung aller Ergebnisse warten.

Quellen

KI-Hinweis: Dieser Beitrag wurde mit Unterstützung von KI erstellt.

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