Bevertalsperre und Wuppertalsperre: Wanderung zu den niedrigsten Wasserständen im Bergischen Land
Der Klimawandel macht auch vor den Talsperren im Bergischen Land nicht halt. Die Bevertalsperre bei Hückeswagen und die Wuppertalsperre bei Radevormwald zeigen aktuell erschreckend niedrige Wasserstände von nur noch rund 19 Prozent. Was normalerweise nach einem Paradies für Wassersportler und Erholungssuchende aussieht, offenbart derzeit eine karge, fast surreale Landschaft – und genau das macht eine Wanderung dorthin zu einem einzigartigen Erlebnis.
In diesem Beitrag nehmen wir euch mit auf eine abwechslungsreiche Wanderung rund um die Bevertalsperre und zeigen euch, wie sich die Trockenheit auf die Region auswirkt. Gleichzeitig bekommt ihr wertvolle Tipps, warum sich dieser Ausflug auch mit Hund lohnt – denn die weitläufigen Wanderwege rund um die Talsperren sind größtenteils hundefreundlich und bieten jede Menge Auslauf.
Die Bevertalsperre: Ein Wanderparadies mit erschreckendem Niedrigwasser
Die Bevertalsperre liegt idyllisch eingebettet in die hügelige Landschaft des Bergischen Landes, direkt bei Hückeswagen. Normalerweise ist sie ein beliebtes Ziel für Wanderer, Radfahrer und Wassersportler. Doch der extreme Niedrigwasserstand von unter 20 Prozent hat die Uferlinie dramatisch verändert. Wo sonst blaues Wasser glitzert, erstreckt sich nun ein weiter, trockener Boden mit Rissen und vertrockneten Pflanzen.
Die Wanderung um die Bevertalsperre führt euch auf gut ausgebauten Wegen direkt am Ufer entlang. Wegen des niedrigen Wasserstandes könnt ihr Bereiche erkunden, die normalerweise unter Wasser liegen – ein beklemmendes, aber zugleich faszinierendes Gefühl. Die gesamte Runde beträgt etwa 12 Kilometer und ist sowohl für geübte Wanderer als auch für Familien mit Kindern geeignet. Der Weg ist überwiegend flach und bietet immer wieder spektakuläre Ausblicke auf das leere Becken.
Ein besonderer Tipp: Nehmt euren Hund mit! Die Wege rund um die Bevertalsperre sind ausdrücklich hundefreundlich. Leinenpflicht gilt in der Brutzeit, aber ansonsten könnt ihr die weiten Flächen auch für Freilauf nutzen – jedoch mit Rücksicht auf die Natur und andere Erholungssuchende. Für Hunde gibt es zudem genügend Schattenplätze und kleine Bachläufe, die auch bei Trockenheit noch etwas Wasser führen.
Die Wuppertalsperre bei Radevormwald: Noch dramatischer?
Nur wenige Kilometer entfernt liegt die Wuppertalsperre bei Radevormwald, die ebenfalls unter dem Niedrigwasser leidet. Auch hier zeigt das Thermometer der Talsperren-Füllstände rote Werte. Die Wuppertalsperre ist mit einer Fläche von rund 225 Hektar eine der größten Talsperren im Bergischen Land und versorgt weite Teile der Region mit Trinkwasser. Bei einem Füllstand von gerade einmal 19 Prozent wird deutlich, wie ernst die Lage ist.
Der Rundwanderweg um die Wuppertalsperre ist etwa 17 Kilometer lang und führt euch durch dichte Wälder, über offene Wiesen und direkt am Ufer entlang. Der Weg ist gut markiert und bietet einige fantastische Aussichtspunkte. Besonders eindrucksvoll ist der Blick von der Staumauer aus – hier wird das Ausmaß der Trockenheit besonders sichtbar. Die Staumauer selbst ist ein technisches Denkmal und einen genaueren Blick wert.
Auch hier gilt: Hunde sind willkommen! Die Wuppertalsperre ist ein beliebtes Ausflugsziel für Hundebesitzer aus dem ganzen Bergischen Land. Es gibt ausreichend Parkmöglichkeiten in der Nähe der Staumauer, und von dort aus starten die besten Wanderrouten. Packt ausreichend Wasser für euch und euren Vierbeiner ein – an heißen Tagen gibt es unterwegs nur wenige Trinkmöglichkeiten.
Warum der Besuch gerade jetzt besonders lohnenswert ist
Der extrem niedrige Wasserstand der Bevertalsperre und der Wuppertalsperre ist zwar alarmierend aus klimatologischer Sicht, aber für Besucher bietet sich eine einmalige Gelegenheit: Normalerweise überflutete Gebiete sind jetzt begehbar. Alte Baumstümpfe, versteinerte Uferstrukturen und seltene Pflanzen kommen zum Vorschein. Es ist, als würde die Talsperre für einen kurzen Moment ihre Geheimnisse preisgeben. Viele Wanderer berichten von fast surrealen Landschaftsfotografien, die sie bei ihren Ausflügen machen konnten.
Gleichzeitig macht der Besuch die Auswirkungen des Klimawandels auf erschreckend direkte Weise erlebbar. Die Talsperren im Bergischen Land sind essentiell für die Trinkwasserversorgung, den Hochwasserschutz und die Energieerzeugung. Wenn sie immer häufiger solche Niedrigstände erreichen, hat das weitreichende Folgen für die gesamte Region. Ein Besuch vor Ort schärft das Bewusstsein für diese Problematik und macht den Klimawandel auf eine Weise greifbar, wie es keine noch so gute Dokumentation kann.
Praktische Tipps für eure Talsperren-Wanderung
Anreise: Die Bevertalsperre erreicht ihr am besten über die B483 oder B237 bis Hückeswagen. Parkplätze findet ihr direkt am Campingplatz Bevertalsperre oder an der Staumauer. Für die Wuppertalsperre fahrt ihr über die L414 bis Radevormwald-Dahlerau und folgt dort der Beschilderung zur Talsperre.
Beste Zeit für die Wanderung: Im Frühjahr und Herbst sind die Temperaturen am angenehmsten. Im Sommer solltet ihr früh am Morgen starten, da die Wege nur wenig Schatten bieten. Der Herbst mit seinen bunten Farben ist besonders fotogen – die Kombination aus goldenem Laub und dem leeren Talsperrenbecken ergibt spektakuläre Aufnahmen.
Ausrüstung: Festes Schuhwerk ist Pflicht, da einige Uferbereiche durch den Trockenfall uneben und rutschig sein können. Nehmt ausreichend Verpflegung mit – unterwegs gibt es keine Einkehrmöglichkeiten. Ein Fernglas lohnt sich, da die Trockenheit seltene Vogelarten anzieht, die sonst nicht in der Region zu sehen sind.
Hundetauglichkeit: Beide Talsperren sind sehr gut für Hunde geeignet. Die Wege sind breit und gut begehbar. Achtet darauf, dass euer Hund nicht in die trockengefallenen Bereiche läuft, die teilweise sehr weich und matschig sein können – dort besteht Einsinkgefahr. Bringt auf jeden Fall ausreichend Wasser für den Vierbeiner mit!
Mehr Informationen findet ihr auf den offiziellen Websites: www.bevertalsperre.de und www.wuppertalsperre.de.
Fazit: Ein Ausflug, der unter die Haut geht
Die Wanderung zu den Talsperren im Bergischen Land bei Niedrigwasser ist ein einzigartiges Naturerlebnis, das gleichzeitig nachdenklich stimmt. Ihr genießt die frische Luft und die schöne Landschaft des Bergischen Landes, seht aber auch mit eigenen Augen, was der Klimawandel bedeutet. Die Bevertalsperre und die Wuppertalsperre bei nur 19 Prozent Füllstand sind ein eindringliches Mahnmal – und ein Wanderziel, das ihr so schnell nicht vergessen werdet. Packt die Wanderschuhe ein, schnappt euren Hund und erlebt die Talsperren von einer Seite, die die wenigsten zu Gesicht bekommen.





