Schloss Hohenlimburg in Hagen ist die einzige weitgehend im mittelalterlichen Originalzustand erhaltene Höhenburg in Westfalen. Aufgrund ihrer pittoresken Lage wird sie auch das “Westfälische Heidelberg” genannt. Die Burg thront auf dem Schleipenberg über dem Lennetal und bietet einen fantastischen Panoramablick. Ein besonderes Highlight ist die legendäre “Schwarze Hand” – eine mumifizierte Menschenhand, die der Überlieferung nach von einem bestraften Edelknaben stammt. Die Ausstellung dazu ist Teil des öffentlichen Rundgangs.
Geschichte von Schloss Hohenlimburg
Schloss Hohenlimburg wurde im 13. Jahrhundert erbaut und war über Jahrhunderte die Residenz der Grafen von Limburg. Die Anlage ist eine typische Höhenburg mit einem wehrhaften Bergfried, einer Vorburg und einem großen Innenhof. Anders als viele andere Burgen wurde Hohenlimburg nie zerstört oder schwer beschädigt – daher ist sie heute noch in ihrem ursprünglichen Zustand zu besichtigen. Im 19. Jahrhundert wurde die Burg umfassend renoviert und im historistischen Stil ausgestattet. Seit 2004 wird die Anlage von der Schloss Hohenlimburg gGmbH betrieben und ist öffentlich zugänglich.
Heute beherbergt das Schloss mehrere Einrichtungen: das Deutsche Kaltwalzmuseum, Standesamt (ja, ihr könnt hier heiraten!), Veranstaltungsräume und das Museum mit der berühmten Schwarzen Hand. Der Rote Salon im Erdgeschoss kann für private Feierlichkeiten gemietet werden und bietet eine einzigartige historische Atmosphäre. Die Außenanlagen mit dem Wehrgang und dem Schlosspark sind täglich zugänglich.
Die Schwarze Hand – Legende und Ausstellung
Die Schwarze Hand ist die Hauptattraktion von Schloss Hohenlimburg. Der Überlieferung nach handelt es sich um die Hand eines Edelknaben, der seine Mutter geschlagen haben soll. Als Strafe für die Missachtung des vierten Gebots (“Du sollst Vater und Mutter ehren”) wurde dem Knaben die Hand abgeschlagen. Die mumifizierte Hand wird heute in einer eigenen Ausstellung gezeigt, die im Rundgang inbegriffen ist. Die Ausstellung erzählt die Geschichte der Hand und gibt Einblicke in die mittelalterliche Rechtsprechung – spannend für Groß und Klein!
Doch was steckt wirklich hinter der Legende der Schwarzen Hand? Wissenschaftliche Untersuchungen haben ergeben, dass es sich tatsächlich um eine menschliche Hand handelt, die durch natürliche Mumifikation erhalten geblieben ist. Die genauen Umstände ihrer Entstehung sind bis heute nicht abschließend geklärt, was die Faszination der Besucher noch verstärkt. Die Ausstellung im Schloss zeigt neben der Hand auch historische Folterinstrumente und Dokumente zur mittelalterlichen Rechtsgeschichte. Ein besonders skurriles Detail: Der Sage nach soll die Hand nachts manchmal leise klopfen – natürlich nur eine Legende, aber sie sorgt bei den Nachtwächter-Führungen für Gänsehaut-Stimmung bei Groß und Klein.
Die Nachtwächter-Führung mit Rainer Scholz ist ein Erlebnis der besonderen Art. Mit Laterne und historischem Gewand führt er euch durch die dunklen Gänge und den Innenhof des Schlosses und erzählt dabei schaurig-schöne Geschichten aus dem Mittelalter. Von angeblichen Erscheinungen auf dem Wehrgang bis hin zu Liebesgeschichten der Grafenfamilie – die Führung ist unterhaltsam und lehrreich zugleich. Die Führung beginnt bei Einbruch der Dunkelheit und dauert etwa eine Stunde. Eine vorherige Anmeldung ist erforderlich, da die Plätze meist schnell ausgebucht sind. Der Nachtwächter versteht es meisterhaft, die historische Atmosphäre des Schlosses lebendig werden zu lassen.
Wer noch mehr von der Umgebung entdecken möchte, sollte einen Abstecher ins nahegelegene Lennetal unternehmen. Der Lennesteig ist ein qualitätszertifizierter Wanderweg, der direkt am Schloss vorbeiführt und entlang der Lenne durch abwechslungsreiche Wälder und Wiesenlandschaften verläuft. Auch die Historische Altstadt von Hohenlimburg mit ihren Fachwerkhäusern und gemütlichen Cafés lädt zum Bummeln ein. Ein Tipp für Familien: Verbindet den Schlossbesuch mit einer Fahrt mit der Hohenlimburger Kleinbahn, einer historischen Museumsbahn, die durch das schöne Lennetal dampft. Das Bayerviertel in Hohenlimburg mit seinen denkmalgeschützten Arbeiterhäusern ist ebenfalls einen Spaziergang wert.
Anreise, Parken und Besichtigung
Schloss Hohenlimburg liegt in Hagen-Hohenlimburg, südlich des Ruhrgebiets. Die Anreise erfolgt über die A45 (Abfahrt Hagen-Süd) oder die B7. Parkplätze gibt es am Schloss und im Ort. Die Adresse lautet: Alter Schlossweg 30, 58119 Hagen. Die Außenanlagen mit Panoramaaussicht, Wehrgang, Kerker und der Ausstellung “Schwarze Hand” sind täglich geöffnet. Der Eintritt beträgt 4 Euro für Erwachsene, ermäßigt 2,50 Euro. Eine Familienkarte ist ebenfalls erhältlich.
Besonders empfehlenswert ist eine Führung mit dem Nachtwächter, die jeden ersten Samstag im Monat stattfindet. Rainer Scholz, der Nachtwächter von Schloss Hohenlimburg, führt euch mit Geschichten und Anekdoten durch das nächtliche Schloss – ein unvergessliches Erlebnis für die ganze Familie. Auch das Deutsche Kaltwalzmuseum im Schloss ist einen Besuch wert und zeigt die Industriegeschichte der Region.
Praktische Infos auf einen Blick
📍 Adresse: Alter Schlossweg 30, 58119 Hagen
🅿️ Parken: Parkplätze am Schloss vorhanden
💰 Eintritt: 4 € (Erwachsene), ermäßigt 2,50 €
⏱️ Öffnungszeiten: Täglich geöffnet (Außenanlagen)
🔦 Nachtwächter-Führung: Jeden 1. Samstag im Monat
🐕 Hunde: Im Außenbereich erlaubt
Fazit: Lohnt sich der Besuch?
Absolut! Schloss Hohenlimburg ist ein echtes Highlight im Ruhrgebiet. Die gut erhaltene mittelalterliche Bausubstanz, die Schwarze Hand und die tolle Aussicht auf das Lennetal machen den Ausflug lohnenswert. Besonders Familien mit Kindern kommen hier auf ihre Kosten – und die Nachtwächter-Führung ist ein Erlebnis, das man so schnell nicht vergisst. Ein Besuch lässt sich auch gut mit einer Wanderung im Lennetal oder einem Stadtbummel in Hagen verbinden.
Offizielle Website: Schloss Hohenlimburg








