Rhein in Düsseldorf – Rekord-Niedrigwasser: Auswirkungen auf Schifffahrt und Umwelt
Der Rhein ist die Lebensader Nordrhein-Westfalens und einer der wichtigsten Schifffahrtswege Europas. In Düsseldorf, der Landeshauptstadt von NRW, erreichte der Rheinpegel in den vergangenen Jahren immer wieder historische Tiefststände. Das Rekord-Niedrigwasser hat dramatische Auswirkungen auf die Schifffahrt, die Wirtschaft und die Umwelt. In diesem Beitrag bündeln wir sechs eindrucksvolle Videos, die die extreme Niedrigwassersituation am Rhein in Düsseldorf dokumentieren.
Der Klimawandel zeigt sich am Rhein mit voller Härte. Während die Flutkatastrophen von 2021 und 2024 die zerstörerische Kraft von zu viel Wasser zeigen, ist das Niedrigwasser die andere Seite der Medaille. Langanhaltende Trockenperioden und ausbleibende Niederschläge führen dazu, dass der Pegel des Rheins immer häufiger auf Rekordtiefs fällt – mit weitreichenden Folgen für die gesamte Region.
Die Niedrigwasser-Rekorde in Düsseldorf
Der Rheinpegel in Düsseldorf wird am Pegel Düsseldorf (km 744,2) gemessen. Der mittlere Wasserstand liegt bei etwa 3,50 Metern. In den vergangenen Jahren wurden jedoch mehrfach extreme Tiefststände gemessen:
- 2018 – Das Jahr der Dürre: Im Oktober 2018 fiel der Pegel auf historische 20 cm – der niedrigste Stand seit Beginn der Aufzeichnungen. Die Schifffahrt kam fast vollständig zum Erliegen.
- 2020 – Erneut Tiefstände: Auch im Sommer 2020 führte die Trockenheit zu Niedrigwasser, wenn auch nicht ganz so extrem wie 2018.
- 2022 – Der Sommer 2022 war erneut von extremer Trockenheit geprägt. Der Pegel in Düsseldorf fiel auf unter 90 cm.
- 2023 – Auch 2023 sorgte eine lang anhaltende Trockenperiode für Niedrigwasser am Rhein.
Die sechs Videos in diesem Beitrag zeigen die Situation bei verschiedenen Niedrigwasserereignissen und dokumentieren die Auswirkungen auf die Schifffahrt und die Landschaft.
Auswirkungen auf die Schifffahrt
Der Rhein ist die wichtigste Wasserstraße Deutschlands. Rund 80 Prozent des Binnengüterverkehrs in Deutschland werden auf dem Rhein abgewickelt. Bei Niedrigwasser müssen die Schiffe ihre Ladung drastisch reduzieren, um nicht auf Grund zu laufen. Ein Güterschiff, das normalerweise 3.000 Tonnen transportieren kann, darf bei Niedrigwasser oft nur noch 300 bis 500 Tonnen laden.
Die wirtschaftlichen Folgen sind enorm. Die Transportkosten steigen, weil mehr Fahrten benötigt werden. Versorgungsengpässe bei Rohstoffen wie Kohle, Öl und Chemikalien drohen. Auch die Rhein-Personenschifffahrt ist betroffen – Fahrten fallen aus, Anlegestellen müssen verlegt werden. Der Pegel Düsseldorf wird in solchen Zeiten täglich von der Schifffahrt und der Wirtschaft mit Spannung verfolgt.
Niedrigwasser als Ausflugstipp?
So paradox es klingt: Das Niedrigwasser am Rhein bietet auch einzigartige Möglichkeiten für Ausflüge und Naturbeobachtungen. Wenn der Rhein auf Rekordtief fällt, werden sonst unsichtbare Uferbereiche zugänglich:
- Historische Uferbefestigungen – Bei Niedrigwasser werden alte Ufermauern, Treppen und Anlegestellen sichtbar, die sonst unter Wasser liegen. Ein Spaziergang entlang des Rheinufers wird zur Zeitreise.
- Kiesbänke und Sandstrände – In Düsseldorf entstehen bei Niedrigwasser weite Kies- und Sandflächen, die an Nordsee-Strände erinnern. Besonders beliebt sind die Flächen am MedienHafen und an der Altstadt.
- Schiffswracks – Immer wieder werden bei Niedrigwasser alte Schiffswracks und historische Gegenstände aus dem Flussbett sichtbar.
- Vogelbeobachtung – Die freigelegten Flächen ziehen zahlreiche Vogelarten an, die hier nach Nahrung suchen. Ein Paradies für Vogelbeobachter.
Weitere Videos zum Thema
Neben dem Hauptvideo haben wir weitere Aufnahmen zur Niedrigwasser-Situation in Düsseldorf zusammengestellt:
- Nur noch 35 cm – Rheinpegel Düsseldorf auf historischen Tiefstand (ca. 14 Min.) – Ausführliche Dokumentation
- 20 cm Rheinpegel in Düsseldorf (ca. 4 Min.) – Der Rekord-Tiefststand
- Wo ist das ganze Wasser hin? (ca. 4 Min.) – Eindrucksvolle Bilder der Trockenheit
- Nur noch 87 cm Wasser im Rhein in Düsseldorf (ca. 7 Min.) – Die Situation im Detail
- Rekordtrockenheit – Rheinpegel 94 cm (ca. 6,5 Min.) – Auswirkungen auf die Schifffahrt
- Dem Rhein geht das Wasser aus! (ca. 2 Min.) – Kurzdokumentation
Der Klimawandel und die Zukunft des Rheins
Die Wissenschaft ist sich einig: Der Klimawandel wird Extremwetterereignisse wie Dürren und Niedrigwasser in Zukunft häufiger und intensiver machen. Für den Rhein bedeutet das, dass die sogenannten Niedrigwasserjahre wie 2018, 2020 und 2022 eher die Regel als die Ausnahme werden könnten. Die Binnenschifffahrt muss sich anpassen, die Häfen müssen neue Konzepte entwickeln, und auch die Anliegerstädte wie Düsseldorf müssen sich auf veränderte Bedingungen einstellen.
Forscher des Bundesamts für Seeschifffahrt und Hydrographie (BSH) und des Bundesanstalt für Gewässerkunde (BfG) arbeiten an Modellen, um die zukünftige Entwicklung des Rheinpegels besser vorhersagen zu können. Klar ist: Die Zeiten, in denen der Rhein immer ausreichend Wasser führte, sind vorbei. Die Anpassung an die Folgen des Klimawandels ist eine der größten Herausforderungen für die Region.
Praktische Tipps für einen Ausflug zum Rhein bei Niedrigwasser
Ein Besuch des Rheins in Düsseldorf bei Niedrigwasser ist ein besonderes Erlebnis. Hier sind einige Tipps:
- Informiert euch vorab über den aktuellen Pegelstand – die Webseite der Stadt Düsseldorf veröffentlicht tägliche Pegeldaten.
- Besonders eindrucksvoll ist der Blick von der Rheinkniebrücke oder der Oberkasseler Brücke – von oben erkennt man die freigelegten Uferbereiche am besten.
- Der MedienHafen und die Altstadt bieten die besten Zugänge zu den freigelegten Flächen.
- Denkt an festes Schuhwerk – die Kies- und Sandflächen können uneben sein.
- Nehmt eine Kamera mit – die Lichtstimmung bei Niedrigwasser ist oft besonders schön.
- Besucht die Rheinpromenade in Düsseldorf – trotz Niedrigwasser ist sie ein beliebter Ort zum Flanieren und Verweilen.
Weitere Informationen zu den aktuellen Pegelständen findet ihr auf den Seiten der Stadt Düsseldorf und der Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes.






