Wasserfall an der Wupper – Naturphänomen bei Hochwasser in Solingen

wasserfall wupper hochwasser

Wasserfall an der Wupper – Ein Naturphänomen bei Hochwasser

Die Wupper ist der Lebensader des Bergischen Landes. Auf ihrem Weg von der Quelle bei Marienheide bis zur Mündung in den Rhein bei Leverkusen durchfließt sie eine abwechslungsreiche Landschaft aus Wäldern, Wiesen und kleinen Ortschaften. Normalerweise ist die Wupper ein eher beschaulicher Fluss – doch bei starkem Hochwasser verwandelt sie sich in einen reißenden Strom und zeigt Naturschauspiele, die man sonst nur aus den Bergen kennt.

Eines dieser Naturphänomene ist der Wasserfall an der Wupper, der nur bei Hochwasser sichtbar wird. In Solingen, nahe des Stadtteils Gräfrath, stürzt das Wasser an einer Felsformation mit gewaltiger Kraft in die Tiefe. Unser Video fängt dieses beeindruckende Schauspiel ein und zeigt, welche Kräfte in der Wupper stecken, wenn sie nach tagelangem Starkregen über die Ufer tritt.

Wie entsteht der Wupper-Wasserfall?

Der Wasserfall an der Wupper ist kein permanenter Wasserfall, sondern ein sogenannter temporärer Wasserfall, der nur bei extrem hohem Wasserstand entsteht. An einer natürlichen Felsbarriere im Flussbett staut sich das Wasser und findet seinen Weg über die Kante – ein beeindruckendes Schauspiel, das die Urgewalt des Wassers eindrucksvoll demonstriert.

Die Felsbarriere besteht aus Grauwacke, einem harten Gestein, das im Bergischen Land häufig vorkommt. Während die Wupper sich über Jahrtausende ihr Bett in das Gestein gegraben hat, bilden die härteren Felsformationen natürliche Stufen, die bei Niedrigwasser trocken liegen und nur bei Hochwasser überspült werden. Dann entsteht für kurze Zeit ein Wasserfall, der an den tosenden Rheinfall in Schaffhausen oder die Wasserfälle in Skandinavien erinnert.

Das Phänomen ist ein eindrucksvolles Beispiel dafür, wie die Natur sich bei Extremwetterereignissen in Szene setzt. Klimaforscher gehen davon aus, dass solche Starkregenereignisse durch den Klimawandel häufiger werden – der Wasserfall an der Wupper könnte also in Zukunft öfter zu sehen sein.

Wo genau liegt der Wasserfall?

Der temporäre Wasserfall befindet sich an der Wupper zwischen Solingen-Gräfrath und Wuppertal-Vohwinkel. Genauer gesagt im Bereich des Wupperufers unterhalb der Müngstener Brücke, in der Nähe des alten Schleifkottens. Die Stelle ist über den Wuppertaler Rundweg oder den Wupperufer-Wanderweg gut zu Fuß erreichbar.

ACHTUNG: Bei Hochwasser ist äußerste Vorsicht geboten. Die Ufer können unterspült sein, und die Strömung ist extrem gefährlich. Haltet unbedingt Abstand zum Wasser und beobachtet das Naturschauspiel nur von sicheren erhöhten Positionen aus. Das Betreten der Uferbereiche ist bei Hochwasser lebensgefährlich!

Ausflugstipps rund um die Wupper

Die Region um die Wupper bietet zahlreiche lohnende Ausflugsziele für die ganze Familie:

  • Müngstener Brücke – Mit 107 Metern Höhe ist sie die höchste Eisenbahnbrücke Deutschlands. Ein Besucherzentrum und ein Fahrstuhl zur Brücke machen das Bauwerk auch für weniger mobile Besucher zugänglich. Der Blick von oben ins Tal ist atemberaubend.
  • Schloss Burg an der Wupper – Die größte vollständig erhaltene Höhenburg Nordrhein-Westfalens thront über der Wupper zwischen Solingen und Remscheid. Ein Muss für jeden Besucher der Region. Mit Museum, Restaurant und wechselnden Ausstellungen.
  • Wipperkotten Solingen – Der historische Schleifkotten an der Wupper ist ein lebendiges Museum der Solinger Klingenindustrie. Regelmäßige Vorführungen zeigen, wie hier einst Scheren und Messer geschliffen wurden.
  • Wupperufer-Wanderweg – Der rund 40 Kilometer lange Wanderweg von der Wupper-Talsperre bis zur Mündung führt an den schönsten Stellen des Flusses vorbei. Besonders reizvoll ist der Abschnitt zwischen Solingen und Wuppertal.
  • Botanischer Garten Solingen – In Solingen-Gräfrath gelegen, bietet der Botanische Garten eine Ruheoase mit vielen seltenen Pflanzen und einem herrlichen Blick auf die Wupper.

Der Klimawandel und die Folgen für die Wupper

Der temporäre Wasserfall an der Wupper ist nicht nur ein spektakuläres Naturphänomen, sondern auch ein Indikator für die zunehmenden Extremwetterereignisse. Die Flutkatastrophe 2021 hat gezeigt, welche verheerenden Auswirkungen Starkregen haben kann. Aber auch die andere Seite der Medaille – Niedrigwasser und Dürre – ist an der Wupper immer häufiger zu beobachten.

In den trockenen Sommern der letzten Jahre fiel die Wupper vielerorts fast trocken. Der Wasserstand sank so stark, dass die historischen Wehre und Schleifkotten kaum noch Wasser führten. Die Schifffahrt auf dem Rhein kam zeitweise zum Erliegen – die Folgen für die Wirtschaft waren enorm. Der Klimawandel ist längst auch im Bergischen Land angekommen und verändert die vertraute Flusslandschaft.

Der Besuch des Wasserfalls an der Wupper kann auch eine Gelegenheit sein, mit Kindern über den Klimawandel und seine Folgen zu sprechen. Die Natur zeigt hier auf eindrucksvolle Weise, welche Kräfte in ihr stecken und wie verletzlich unser Ökosystem ist.

Anreise und praktische Tipps

Die Stelle des Wasserfalls ist am besten über den Wupperufer-Wanderweg erreichbar. Parkmöglichkeiten gibt es am Parkplatz “Müngstener Brücke” oder am Wanderparkplatz “Gräfrather Hammer”. Mit öffentlichen Verkehrsmitteln erreicht ihr die Region über den Bahnhof Solingen-Gräfrath (S-Bahn S7) oder den Bahnhof Wuppertal-Vohwinkel (RB48, S8, S9).

Plant einen halben Tag für die Erkundung des Wupperufers ein. Festes Schuhwerk ist empfehlenswert, die Wege können nach Regenfällen rutschig sein. Nehmt Proviant und ausreichend Getränke mit – die Gastronomie an der Wupper ist nicht immer geöffnet. Ein Fernglas lohnt sich, um die Wasserfälle und die Vogelwelt zu beobachten.

Weitere Informationen über die Wupper-Region und aktuelle Wanderweg-Infos findet ihr auf den Websites der Stadt Solingen und der Stadt Wuppertal.

Unsere neuesten Beiträge

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

[instagram-feed]
WordPress Cookie Plugin von Real Cookie Banner