Der Sommer 2026 bleibt extrem: Während im Main-Kinzig-Kreis die Feuerwehr noch gegen die Folgen der Brände kämpfte, hat sich die Lage inzwischen weiter zugespitzt. In der Eifel steht bei Hürtgenwald ein Waldbrand außer Kontrolle – ein ganzer Ortsteil wurde evakuiert. Und am Rhein droht der Pegel erstmals einstellig zu werden. Wir haben die aktuelle Lage zusammengetragen und zeigen, was das für uns bedeutet. Wer den ersten Überblick verpasst hat: In unserem Beitrag zum Extremwetter in Deutschland haben wir die Lage vom 11. August zusammengefasst.
Waldbrand in der Eifel: 300 Hektar bei Hürtgenwald in Flammen
Der Waldbrand bei Hürtgenwald im Kreis Düren ist am Donnerstagnachmittag (13. August 2026) ausgebrochen und hat sich binnen Stunden dramatisch ausgeweitet. Am Freitagmorgen standen laut WDR rund 300 Hektar Wald in Flammen – das entspricht mehr als 400 Fußballfeldern. Die Gemeinde spricht offiziell von einer „Großschadenslage”.
Besonders tückisch: Die Feuerwehr bezeichnet den Brand als Wipfelbrand. Dabei springt das Feuer über die Baumkronen und überspringt dabei ganze Abschnitte – ein solcher Brand ist extrem schwer zu kontrollieren und kann sich rasend schnell ausbreiten. Rund 300 Einsatzkräfte sind im Einsatz, darunter auch eine Sondereinheit für Waldbrände aus Bonn und mehrere Löschhubschrauber. Der Rauch zieht sich flächendeckend über die Region. Die Flammen bewegen sich Richtung Wehebachtalsperre, ein Forstweg wird als Schneise bewässert.
Evakuierung in Hürtgenwald-Gey: 1.800 Menschen müssen raus
In der Nacht auf Freitag (14. August) verschärfte sich die Lage: Das Feuer rückte dem Ortsteil Gey immer näher, zwischenzeitlich waren die Flammen nur noch 300 bis 400 Meter von den Häusern entfernt. Am frühen Morgen ordnete die Gemeinde die sofortige Evakuierung des gesamten Ortsteils an. Gut 1.800 Einwohnerinnen und Einwohner mussten ihre Häuser verlassen – die Warn-App Nina zeigte die höchste Warnstufe „Extreme Gefahr”.
Die Evakuierung lief laut Polizei ohne Zwischenfälle, alle Bewohnerinnen und Bewohner sind in Sicherheit. Eine Anlaufstelle wurde in der Grundschule Straß eingerichtet. Der Kreis Düren hat einen Krisenstab einberufen. Die B399 ist im Einsatzgebiet gesperrt, Schaulustige werden gebeten, sich fernzuhalten. Ob weitere Ortsteile evakuiert werden müssen, ist noch offen. Die Brandursache ist bislang unklar.
Mehrere Großbrände in NRW: Feuerwehren im Dauereinsatz
Hürtgenwald ist nicht der einzige Brandherd. Auch in Merzenich am östlichen Rand des Kreises Düren – nahe des Tagebaus Hambach – kämpfte die Feuerwehr gegen einen Flächenbrand, der auf die Böschung der Hambacher Bahn übergriff. Rund 42 Hektar waren zeitweise betroffen, 200 Einsatzkräfte aus mehreren Kreisen waren im Einsatz, Landwirte unterstützten mit Wasserfässern. In Nettersheim und Hückelhoven gab es weitere Brände. Die Feuerwehren in Aachen und der Region sind im Dauerstress.
Auslöser sind neben der extremen Trockenheit oft auch weggeworfene Zigaretten oder Funkenflug. Der Deutsche Wetterdienst warnt weiterhin vielerorts vor der höchsten Waldbrandstufe. Wer in diesen Tagen in den Wald oder aufs Feld geht, sollte auf jegliches Feuer, Grillen oder Rauchen verzichten – und bei Rauchentwicklung sofort die 112 wählen. Mehr zum Thema Dürre und wie du dich vorbereiten kannst, haben wir in unserem Dürre-Beitrag zusammengefasst.
Rhein am Rekord-Tief: Droht die Zweiteilung?
Während die Wälder brennen, verschwindet das Wasser aus den Flüssen. Am Pegel Kaub – dem Nadelöhr der Rheinschifffahrt zwischen Mainz und Koblenz – wurde am Montag der bisherige Rekord von 25 Zentimetern aus dem Jahr 2018 gebrochen. Inzwischen liegt der Pegel bei nur noch 16 Zentimetern, und die Vorhersage der Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung sieht für die kommenden Tage erstmals einstellige Werte voraus.
Der Bundesverband der Deutschen Binnenschifffahrt (BDB) warnt, dass der Rhein bei diesen Wasserständen faktisch zweigeteilt und nicht mehr durchgängig befahrbar sei. Die meisten Schiffe können den Mittelrhein schon jetzt nicht mehr passieren. Schiffe, die noch fahren, nehmen nur noch einen Bruchteil ihrer Ladung mit – was die Transportkosten explodieren lässt. Die aktuellen Pegelstände aller Flüsse gibt es auf der offiziellen Plattform ELWIS. Auch in Köln (68 cm), Düsseldorf und Bonn wurden historische Tiefstände erreicht, wir berichteten bereits über das Rekord-Niedrigwasser in Düsseldorf.
Was bedeutet das für uns?
Die Folgen spüren wir alle: Weil die Binnenschiffe kaum noch Ladung transportieren können, verteuern sich Benzin, Diesel und Heizöl – der Rhein ist die wichtigste Transportader für Treibstoffe Richtung Süden. Auch Flusskreuzfahrten sind massiv betroffen: In Speyer mussten Schiffe das Anlegen einstellen, die Stadt verliert Touristen. Wer eine Flusskreuzfahrt plant, sollte die Lage im Blick behalten – wie schon beim Niedrigwasser an Donau, Rhein und Elbe beschrieben.
Und die Aussichten? Meteorologen sehen kurzfristig keinen Regen, der die Lage grundlegend entspannen würde. Die Juni- und Juli-Monate waren nach Angaben des EU-Klimadienstes Copernicus die heißesten je gemessenen in Westeuropa. Es bleibt also dabei: sparsam mit Wasser umgehen, Waldbrandgefahr ernst nehmen und die Nachrichten verfolgen.
Fazit: Der Sommer 2026 bleibt extrem
Die Lage in Deutschland hat sich binnen weniger Tage weiter zugespitzt: ein außer Kontrolle geratener Waldbrand mit Evakuierung in der Eifel, Rekord-Niedrigwasser am Rhein und Feuerwehren im Dauereinsatz. Es ist die neue Realität des Klimawandels – und sie erfordert Aufmerksamkeit und Vorsicht von uns allen. Mehr Hintergründe findest du bei ZDFheute zur Lage in Hürtgenwald.
Wir bleiben dran und aktualisieren den Beitrag, sobald sich die Lage ändert. Was ist bei euch in der Region los? Schreibt es in die Kommentare!
KI-Hinweis: Das Beitragsbild wurde mit KI-Unterstützung erstellt.







