Wipperkotten Solingen – Historischer Schleifkotten nach dem Hochwasser
Der Wipperkotten in Solingen ist eines der letzten noch erhaltenen historischen Schleifkotten im Bergischen Land. Die idyllisch an der Wupper gelegene Wassermühle wurde durch die verheerenden Starkregenfälle und das darauffolgende Hochwasser im Juli 2021 schwer getroffen. Der Kotten, der seit Jahrhunderten fester Bestandteil der Solinger Industriekultur ist, stand buchstäblich unter Wasser – und die Schäden waren enorm.
In diesem Beitrag zeigen wir euch die Situation am Wipperkotten nach dem Hochwasser und rufen zur Unterstützung des Wiederaufbaus auf. Denn der Wipperkotten ist nicht nur ein Museum, sondern ein lebendiges Denkmal der Solinger Klingenindustrie, das es zu bewahren gilt.
Geschichte des Wipperkottens
Der Wipperkotten liegt im Solinger Stadtteil Höhscheid, direkt an der Wupper. Bereits im 15. Jahrhundert wurde an dieser Stelle ein Schleifkotten betrieben. Der heutige Bau stammt aus dem Jahr 1828 und ist ein seltenes Zeugnis der vorindustriellen Fertigung von Klingen und Scheren. Bis in die 1960er Jahre wurde hier tatsächlich noch produziert – Schleifstein und Wasserrad waren bis zuletzt in Betrieb.
Seit 1970 ist der Wipperkotten ein technisches Denkmal und Museum. Besucher können hier das originalgetreu erhaltene Wasserrad, die massiven Schleifsteine und die Werkstatt besichtigen. Regelmäßige Vorführungen zeigen, wie die berühmten Solinger Klingen einst von Hand geschliffen wurden – eine faszinierende Reise in die Industriegeschichte des Bergischen Landes.
Der Wipperkotten ist Teil der Bergischen Route der Industriekultur und ein beliebtes Ausflugsziel für Familien und geschichtsinteressierte Besucher aus der gesamten Region.
Die Hochwasser-Katastrophe 2021
Beim Hochwasser im Juli 2021 wurde der Wipperkotten besonders hart getroffen. Die Wupper trat weit über ihre Ufer und das Wasser drang mit voller Wucht in den Kotten ein. Das historische Mauerwerk wurde durchfeuchtet, die hölzernen Bauteile quollen auf, der Schlamm setzte sich in jeder Ritze fest. Das Wasserrad und die gesamte Technik wurden stark in Mitleidenschaft gezogen.
Die Schäden beliefen sich auf mehrere zehntausend Euro. Der Förderverein des Wipperkottens startete daraufhin einen Spendenaufruf, um das historische Bauwerk zu retten. Bis heute sind nicht alle Schäden behoben – die Sanierung dauert an und ist teuer. Jede Spende hilft, dieses einzigartige Denkmal für zukünftige Generationen zu erhalten.
Unser Video zeigt eindrucksvoll die Zerstörungen und ruft zu Spenden auf. Es ist bewegend zu sehen, mit welchem Engagement die Ehrenamtlichen des Fördervereins um den Erhalt des Kottens kämpfen.
Ausflugstipps rund um den Wipperkotten
Ein Besuch des Wipperkottens lässt sich hervorragend mit einem Ausflug in die schöne Umgebung Solingens verbinden:
- Wupperufer-Wanderweg – Direkt am Wipperkotten vorbei führt der malerische Weg entlang der Wupper. Ideal für einen Spaziergang oder eine Fahrradtour mit der ganzen Familie.
- Schloss Burg an der Wupper – Nur wenige Kilometer flussabwärts liegt die größte vollständig erhaltene Höhenburg Nordrhein-Westfalens. Ein absolutes Highlight für Groß und Klein.
- Klingenmuseum Solingen – Das Deutsche Klingenmuseum in Solingen-Gräfrath zeigt die Geschichte der Schneidwarenindustrie. Ein perfekter Museumsbesuch in Kombination mit dem Wipperkotten.
- Historische Altstadt Gräfrath – Mit ihren Kopfsteinpflastergassen, Fachwerkhäusern und gemütlichen Cafés lädt Gräfrath zum Bummeln und Verweilen ein.
- Müngstener Brücke – Die höchste Eisenbahnbrücke Deutschlands ist ein technisches Meisterwerk und bietet einen atemberaubenden Blick ins Tal.
So könnt ihr helfen
Der Förderverein Wipperkotten e.V. sammelt weiterhin Spenden für die Sanierung des historischen Kottens. Wer helfen möchte, kann direkt auf das Spendenkonto des Vereins einzahlen oder den Kotten besuchen und vor Ort eine Spende hinterlassen. Jeder Beitrag, ob groß oder klein, hilft, dieses Stück Solinger Geschichte zu bewahren.
Der Wipperkotten ist zu den Öffnungszeiten des Fördervereins zugänglich. In der Regel sind dies die Sonntagnachmittage von April bis Oktober. Es werden Führungen angeboten, bei denen die Geschichte des Kottens und die Schäden durch das Hochwasser anschaulich erklärt werden. Der Eintritt ist frei, um eine Spende wird gebeten.
Anfahrt und praktische Tipps
Der Wipperkotten liegt direkt an der L74 zwischen Solingen und Wuppertal. Parkplätze sind in der Nähe vorhanden. Mit öffentlichen Verkehrsmitteln erreicht ihr den Kotten mit der Buslinie 695 (Haltestelle Wipperkotten). Von dort sind es nur wenige Gehminuten.
Ein Ausflug zum Wipperkotten eignet sich besonders für Familien mit Kindern. Die Kinder können hier hautnah erleben, wie früher mit Wasserkraft gearbeitet wurde. Die Vorführungen am Schleifstein sind beeindruckend und machen die Geschichte lebendig. Verbindet den Besuch mit einem Picknick an der Wupper – es gibt zahlreiche schöne Plätze entlang des Ufers.
Weitere Informationen zu Öffnungszeiten und Führungen findet ihr auf der offiziellen Website des Wipperkottens.








